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Der AKS München lädt ein!

Am 29.07. um 18:30 bei der IG in der Karlsstr. 50
Seit einem jahr gibt es nun AKS Treffen zum Thema „Kürzungen im sozialen Bereich“

Vor den Sommerferien laden wir euch alle nochmal ein. Es gibt Infos zu den Entwicklungen rund um die Kürzungen, zu den Aktionen und zu den Plänen für den Herbst und Winter.

Seid dabei und tauscht euch aus – wie geht es euch mit den Kürzungen und was wisst ihr darüber? Was könnt ihr gegen die Kürzungen tun?

Es wird Essen und Trinken geben.

Wir freuen uns auf bekannte wie neue Gesichter und auf ein entspanntes Beisammensein.

50 Millionen Euro Kürzungen betreffen auch dich!

ViSP: AKS München c/o Prof. Dr. Klaus Weber, Hochschule München, Am Stadtpark 20, 81243 München

Bereits jetzt erleben wir in München massive Kürzungen im sozialen Bereich und in der nächsten Zeit werden weitere beschlossen. Die Kommunikation darüber ist von der Stadt und der sog. „Arbeitsgemeinschaft Zukunftssicherungsprozess“ nicht ausreichend transparent. Wir vom Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit möchten euch deshalb über den aktuellen Stand (Juni 2026) der Kürzungen im sozialen Bereich informieren.

Was wir wissen:

Geplant ist eine Kürzung des Zuschussvolumens des Sozialreferats an die Freien Träger um rund 50 Millionen Euro* – von ursprünglich 350 Millionen auf 300 Millionen Euro. Die Kürzungen sollen vom Stadtrat Ende des Jahres 2026 beschlossen und spätestens ab 01.01.2028 umgesetzt werden. Wir erleben, dass viele Informationen nicht transparent gemacht werden. Das führt zu großer Verunsicherung darüber, wie sich die Kürzungen wirklich auf unsere Arbeit auswirken werden. Bei solch drastischen Kürzungen kann von “Zukunftssicherung” keine Rede sein.

Bereits bestehende Kürzungen:

Es werden keine Tarif- oder Mietsteigerungen mehr an die Träger weitergegeben und für das Jahr 2026 wurden bereits 44 Millionen gekürzt (insb. in der Asylsozialarbeit). Auch Mittel für Fortbildungen und Dolmetscher:innen wurden um 50% gekürzt. So werden Stellen schon jetzt nicht mehr nachbesetzt und Einrichtungen müssen ihr Angebot einschränken.

Einige Einrichtungen wurden bereits geschlossen und wir gehen davon aus, dass durch den sog. „Zukunftssicherungsprozess“ noch weitere Einrichtungen schließen werden. Auch Praktikumsplätze für Studierende fehlen zunehmend bzw. können nicht ausreichend finanziert werden.

Im Sozialreferat besteht seit Herbst 2024 eine “Einstellungspause”, was dazu führt, dass derzeit ca. 700 Vollzeitstellen unbesetzt sind – Tendenz steigend. Das führt zu einer enormen Überlastung der Kolleg:innen und drastischen Verzögerungen bspw. bei der Antragsbearbeitung.

Der sog. “Zukunftssicherungsprozess”

Um zu entscheiden, welche Projekte gekürzt werden, hat die Sozialreferatsleitung gemeinsam mit der ARGE Freie Wohlfahrt München, dem KJR und dem Münchner Trichter die “AG Zukunftssicherung” gegründet. Die genaue Ausgestaltung dieses Prozesses ist nicht öffentlich und wird nur innerhalb des Kreises der “AG Zukunftssicherung” verhandelt. In diesem Prozess soll festgelegt werden, welche Angebote für München weiterhin „relevant“ und nötig sind und welche Angebote gestrichen werden.

Die Kriterien, anhand derer das Weiterbestehen der Angebote entschieden wird, sind nicht ausreichend transparent kommuniziert und die betroffenen Träger werden letztendlich vor vollendete Tatsachen gestellt. Betriebsbedingte Kündigungen sollen laut Aussage aller Beteiligten möglichst vermieden werden.

Für uns ist so nicht nachvollziehbar, wie ca. 500 Stellen (das entspricht in etwa den angekündigten Kürzungen) bei den freien Trägern gestrichen werden sollen, ohne Kündigungen zu realisieren.

Wir verstehen diese Aussage als eine Ablenkung und ein Herunterspielen der Tatsachen, damit Entscheidungen ohne Widerstand seitens der Betroffenen gefällt werden können.

Was sind die Folgen davon?

Diese Kürzungen werden drastische Konsequenzen, sowohl für die Adressat:innen der Sozialen Arbeit, als auch für uns als Mitarbeitende, aber auch für die gesamte Stadtgesellschaft haben. Projekte werden eingestellt, (kleine) Träger werden vermutlich geschlossen werden und zahlreiche Kolleg:innen ihre Stellen verlieren. Die Angebotsstruktur in München wird immens ausgedünnt und Menschen werden noch länger auf angemessene Unterstützung warten müssen oder teilweise keine Unterstützung mehr erhalten.

Diese Kürzungen gehen vorbei an den Bedarfen der Menschen und der Stadt und werden zu einer massiven Überlastung der verbleibenden Angebote und Kolleg:innen führen. Bereits jetzt arbeiten viele Menschen an der Belastungsgrenze und bei den bevorstehenden Kürzungen werden wir dem fachlichen Anspruch überhaupt nicht mehr gerecht werden können.

Wie soll unter diesen Bedingungen eine bedarfsgerechte soziale Infrastruktur in einer wachsenden Stadt aufrechterhalten werden – insbesondere angesichts multipler Krisen und eines steigenden Bedarfs an psychosozialer Unterstützung?

Können wir unseren professionellen Auftrag unter solchen Bedingungen noch angemessen erfüllen?

Wir blicken mit großer Sorge auf diese Entwicklungen. Unsere Forderungen: ·Keine Kürzungen im sozialen Bereich!

  • Solidarität mit allen Kolleg:innen!
  • Sprecht mit euren Kolleg:innen, vernetzt euch und tauscht euch aus.

Wir und unsere Klient:innen sind von diesen Kürzungen betroffen. Lasst uns zusammenkommen und dagegen aktiv werden.

Diese Text könnt Ihr als Fact-Sheet hier downloaden.

18. Mai: Aktiv sprechen über Kürzungen

Beim letzten Treffen zum Thema Kürzungen im April konnten wir unsere beiden nächsten Aktionen so weiter entwickeln, dass wir damit kurz vorm Start sind.

  1. Es geht zum einen darum Informationen zu verbreiten rund um die Kürzungen: im Team, in der Familie, bei den Freund*innen. Dafür wurde ein Info Sheet in Lang- und Kurzfassung gestaltet.
  2. Zum anderen geht es darum mit unseren Kolleg*innen ins Gespräch zu kommen und zu hören, wie es ihnen mit der Situation geht und sie außerdem im Prozess mitzunehmen und die Chance zum Mitmachen durch die Teilnahme der Umfrage zu ermöglichen.

Dafür üben wir beim nächsten Mal wie dieses Gespräch geführt werden. Kommt also zuhauf damit wir viele Gespräche führen können und viele Menschen im sozial Bereich mit der Umfrage erreichen.

Ihr müsst nicht davor schon dabei gewesen sein, um mit zu machen.

Nächster Termin: Montag 18.05. um 18:30 in der IG – Karlsstr. 50

Kollegiale Grüße

AKS Orga Kürzungen

Stellungnahme zum geplanten Bau eines Abschiebeterminals in München

Der Arbeitskreis kritische Soziale Arbeit München beobachtet, dass Abschiebungen von der Politik zunehmend um jeden Preis und mit steigender Gewalt durchgesetzt werden. Dies führt auch dazu, dass immer mehr Menschen mit besonderen Schutzbedarfen, wie ältere Personen, Menschen mit Behinderung und schwerstkranke Menschen abgeschoben werden – teils direkt aus stationärer Behandlung heraus. Auch kommt es vermehrt zu Familientrennungen. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass die Voraussetzungen für die Gewährung von Asyl und anderen Schutzstatus seit Jahren von der Bundes- und Landesregierung eingeschränkt werden. Zudem werden immer mehr Staaten, in denen die Verfolgung Andersdenkender praktiziert wird, von unserer Politik im Sinne einer angeblichen innenpolitischen Opportunität auf eine generelle „Eindämmung“ der Migration als „sicher“ eingestuft. Damit wird das Grundrecht auf Asyl immer weiter ausgehöhlt.

Das geplante Abschiebeterminal am Münchner Flughafen verschärft diese Situation weiter. Deshalb wenden wir uns klar gegen die Aussage des Katholischen Sozialdienstes, der den geplanten Neubau begrüßt. Die derzeitige räumliche Situation sei „für beide Seiten problematisch“, so Leiter Franz Kohlhuber, „neue Räume könnten beispielsweise für Familien von Vorteil sein“ (SZ-Artikel vom 17.3. „Proteste gegen Abschiebeterminal am Münchner Flughafen“).

Diese Stellungnahme stößt bei uns auf Unverständnis. Die Begründung, eine verbesserte Koordination bei der Begleitung von Abschiebungen führe zu einer Entlastung der Betroffenen ist zynisch, irritierend und problematisch. Umso mehr da der geplante Abschiebeterminal am Ende einer verfehlten Asylpolitik steht. Gerade die Soziale Arbeit als Anwältin für verfolgte Menschen und als gesellschaftspolitische Akteurin muss für eine klare Positionierung im Sinne des Schutzes von Menschenwürde stehen. Sie darf sich nicht auf materielle und räumliche Gegebenheiten bei Abschiebungen beschränken.

Auch vor diesem Hintergrund fordern wir den Stopp des Baus des Abschiebeterminals und die Rückkehr zu einer menschenwürdigen Asylpolitik. Dies impliziert auch Positionierung aller sozialer Akteure.

Folgt uns gerne bei Insta:
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3 Jahre sind nicht genug!

Migrationsberatung bedarfsgerecht gestalten und nicht nach Schema F

Wir erleben täglich, wie Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe für Migrant*innen eingeschränkt werden. Als Fachkräfte in der Migrationsarbeit sehen wir uns zunehmend gezwungen, Menschen lediglich weiterzuverweisen, statt ihnen die notwendige Unterstützung zu bieten. Grund dafür sind staatliche Förderrichtlinien, die Beratung auf 3–5 Jahre begrenzen – ein strukturelles Hindernis, das den Kern sozialer Arbeit untergräbt.

Die zeitliche Begrenzung von Beratung ist nichts anderes als eine politische Barriere gegen Teilhabe. Sie trifft die Schwächsten am härtesten. Sie verhindert nachhaltige Integration. Sie widerspricht dem Gleichheitsprinzip und dem Anspruch einer demokratischen, sozialen Gesellschaft, und nicht zuletzt führt sie zu einem Stellenabbau in der Sozialen Arbeit durch die Hintertür. Denn dadurch sinken zwar nicht die Bedarfe, aber die Beratungszahlen.

Sozialarbeit ist keine Verweisstelle. Unser Auftrag ist es, soziale Gerechtigkeit zu fördern, Menschenrechte zu schützen, Vielfalt zu achten und Ausgrenzung entgegenzuwirken. Menschenrechte, Demokratie und Sozialstaatlichkeit sind unteilbar – sie gelten für alle.

Wir rufen alle dazu auf, gemeinsam Haltung zu zeigen und unsere Stimme zu erheben.

Unsere Forderungen:

Migrationsberatung für alle – unabhängig von Status und Aufenthaltsdauer

Die zeitliche Begrenzung der Beratung ist strukturell diskriminierend, widerspricht dem Grundgesetz und verhindert nachhaltige Teilhabe. Besonders vulnerable Gruppen werden dadurch allein gelassen und verlieren den Zugang zu ihren Rechten.

Fachliche Freiheit statt politischer Vorgaben

Thematische Verbote und Einschränkungen der Beratungstätigkeit behindern professionelle Sozialarbeit. Beratung muss sich an den Bedarfen der Menschen orientieren – nicht an politischen Interessen.

Reform der Förderrichtlinien im Sinne einer menschenrechtsorientierten, gerechten und professionellen Migrationsarbeit