Archiv der Kategorie: Arbeitsbedingungen Sozialer Arbeit

Arbeitbedingungen in der Sozialen Arbeit. Prekarität. Arbeitskämpfe. Situation bei lokalen und überregionalen Arbeitgebern.

Stellungnahme des AKS zum geplanten dualen Studiengang

Die Landeshauptstadt München plant in Kooperation mit einer Hochschule einen dienstherreneigenen Studiengang „Soziale Arbeit“. Die Frist der Ausschreibung läuft noch bis nächste Woche.

Wir sehen die Freiheit der Lehre gefährdet!

Wir fordern alle Münchner Hochschulen auf sich nicht auf die Bedingungen einzulassen, sondern Position zu beziehen für eine professionelle Soziale Arbeit und ein generalistisches Studium!

Unsere ausführliche Stellungnahme zu dem Thema:

AKS-DualesStudium-LHM-12 1017

Ein ähnliches Vorhaben gibt es in Hamburg.
Ein Blick auf die Kritik der Hamburger Kolleg*innen lohnt sich!

Zeitungsartikel taz Hamburg vom 28.9.2017:
vgl. http://www.taz.de/!5448074/

Diverse Stellungnahmen GEGEN das Vorhaben:

  1. Umfassend vom Fachschaftsrat (FSR) Soziale Arbeit HAW Hamburg  (11/2017)–> https://www.fsr-basababe.de/aktuelles/dualer-studiengang-soziale-arbeit/stellungnahme-fsr/
  2. LAG ASD Hamburg (wird getragen von Vertreter/innen der Berufsorganisationen ASD-Vernetzungstreffen, DBSH, ver.di, Ev.Hochschule und HAW) (09/2017)–>
    http://dbsh-hamburg.de/2017/09/dienstherreneigener-studiengang-soziale-arbeit-im-oeffentlichen-dienst/
  3. Stellungnahme von ver.di Hamburg FB 6 (Bund/Land) & 7 (Gemeinden)  (09/2017)–> https://www.fsr-basababe.de/app/download/8864364886/Stellungnahme+ver.di%2C+FB+6%2C7.pdf?t=1511443914
  4. Die GEW Hamburg unterstützt die Stellungnahme des FSR Soziale Arbeit der HAW Hamburg (11/2017) –> https://www.gew-hamburg.de/themen/bildungspolitik/zum-geplanten-dualen-studiengang-soziale-arbeit
  5. Weitere Stellungnahmen finden sich hier https://www.fsr-basababe.de/aktuelles/dualer-studiengang-soziale-arbeit/weitere-stellungnahmen/

Vom Fachkräftemangel zum dualen Studium Soziale Arbeit

von P. (Mitglied AKS München)

2007: Immer mehr Menschen ziehen in die „Boom“-Stadt München und die umliegenden Landkreise.

Andere Kommunen in der BRD -und damit die dort lebende Bevölkerung- leiden ab 2007 vermehrt unter der Wirtschaftskrise (Arbeitslosigkeit; Abwanderung z.B. nach München). Ganze Staaten werden unter das Privatisierungs- und Spardiktat der Troika gestellt (z.B. Griechenland). Bürgerkriege toben in der Welt. Etliche Unternehmen in der BRD melden Konkurs an. Findige finanzstarke Unternehmen fliehen mit ihrem Kapital in europäische oder außereuropäische Billiglohnländer um ihre Gewinnmaximierungsziele und Bonis nicht zu gefährden. Das Wirtschaftswachstum und die Privatvermögen (eines Teils der Bevölkerung) wachsen kontinuierlich. Die Schere zwischen Arm und Reich ebenso. Gleichzeitig findet in der BRD eine Debatte um bessere Bildung, Inklusion, Kinderbetreuung und die Aufwertung der Kinder- und Jugendhilfe statt. Dafür bezahlen möchte der Bund aber nicht viel mehr als bislang. (Warn-)Streiks zur Aufwertung des Sozial- und Erziehungsdienstes (SuE) häufen sich. Die  spezielle Entgelttabelle „Sozial- und Erziehungsdienst“ im TVöD wird 2009 eingeführt. Erstmal nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Frühsommer 2015: Bundesweit streiken über Wochen hunderttausend Kolleginnen und Kollegen für die gesellschaftliche Aufwertung und tarifliche Höhergruppierung des Sozial- und Erziehungsdienstes (TVöD-SuE). Außer der politischen Rückendeckung durch den Bundesvorstand der Partei Die Linke kam es in der BRD zu keinen größeren offensiven Solidaritätsaktionen durch eine der großen Parteien. Bereits während dem Streik rührten sich zeitgleich erste Kommunen und Verbände um auf den Fachkräftemangel in der Region München aufmerksam zu machen (http://www.sueddeutsche.de/muenchen/landkreismuenchen/sozialpaedagogen-im-landkreis-mangel-verwaltung-1.2607411). Der Rückhalt in der Gesellschaft durch die betroffenen Eltern, deren Kinder vier Wochen lang nicht in ihre Kita konnten und auch die Presse war insgesamt positiv. Parallel dazu machte VKA Verhandlungsführer Dr. Thomas Böhle und Städtebund-Chef Gerd Landsberg klar, dass ihrer Meinung nach aus volkswirtschaftlicher Sicht die Forderungen der Streikenden viel zu hoch seien.

Der Tarifkampf endete schließlich im Herbst 2015 ernüchternd und blieb im Ergebnis weit hinter den Erwartungen zurück. Aufwertung und Anerkennung der Sozialen Arbeit haben ihre Grenzen aufgezeigt bekommen… Aber dann:

Im Herbst 2015 forderte der Städte- und Gemeindebund im Zuge der steigenden Flüchtlingszahlen: „die Einstellung von bis zu 50.000 neuen Sozialarbeitern. Verbands-Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg sagte der FAZ: „Sozialarbeiter sind ein wichtiger Baustein, damit die Integration gelingt.“ (FAZ vom 06.10.2015)

Im Zuge des Fachkräftemangels gab es im März 2016 auf Einladung des AKS Münchens ein Fachgespräch mit Sozialreferentin Brigitte Meier, VerbandsvertreterInnen von JHUMF, ver.di, GEW unter der Schirmherrschaft einer Professorin der KSFH. Hintergrund damals war die kurzfristige Einstellung nicht-pädagogischen Personals für originäre sozialpädagogische Arbeit mit und für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Münchner Einrichtungen der stationären Kinder- und Jugendhilfe. Der AKS übte Kritik daran und forderte die Rückkehr zum Fachkräfteprinzip und die Wiedereinführung fachlicher Standards im UMF Bereich (http://www.aks-muenchen.de/wp-content/uploads/Positionspapier-Berufsfremde-in-der-Sozialen-Arbeit-AKS-2016.pdf).

Im Dezember 2016 wurde auf Grundlage des Treffens vom März eine stadtweite, gut besuchte Veranstaltung der ARGE Freie zum Thema „Fachkräftemangel in München“ durchgeführt. Einhellige Meinung im Plenum: Das Land Bayern finanziert am Hochschulstandort München zu wenig Studienplätze im Fach Soziale Arbeit.

Auf einen Studienplatz Soziale Arbeit bewerben sich an der staatl. HS und der KSFH München zig InteressentInnen. Gleichzeitig eröffnen in München immer mehr private Hochschulen mit B.A. Soziale Arbeit. Dem Bolonga-Prozess und der CSU sei Dank und das CHE freut sich über die angestrebte Privatisierung. Oh du freie Marktwirtschaft wir hören dich frohlocken!

Die Landeshauptstadt München hat 2017 einen dienstherreneigenen Studiengang Soziale Arbeit beschlossen. Favorit der Landeshauptstadt ist explizit eine private Hochschule. Die Vergabeausschreibung läuft bis zum 13.12.2017 (siehe Vergabestelle LHM, Link unten).

Der AKS München übt an der Ausrichtung der Ausschreibung scharfe Kritik.

Hintergrundinfos:

Die Vergabeunterlagen der LH München
https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Direktorium/Vergabestelle-1.html

Personalentwicklung Stadt München (Seite 41 ff zu SozialpädagogInnen)
https://www.ris-muenchen.de/RII/RII/DOK/SITZUNGSVORLAGE/4496338.pdf

Ausführlicher Stadtratsbeschluss zum dualen Studium Soziale Arbeit (RIS Vorlagen-Nr.: 14-20 / V 08093)
http://www.ris-muenchen.de/RII/index.jsp?page=RII%2Fris_vorlagen_dokumente.jsp%3Frisid%3D4355360

Stellungnahme zur Beratungs- und Integrationsrichtlinie (BIR)

Heimlich, still und leise?
Aushöhlung der Asylsozialberatung im Sinne der bayerischen Abschottungspolitik

AKS Stellungnahme zum aktuellen Entwurf der „Beratungs- und Integrationsrichtlinie“ (BIR), die am 1.1.2018 in Bayern in Kraft treten soll.

AKS Stellungnahme zur BIR   vom 19.11.2017 als pdf.

Entwurf Beratungs- und Integrationsrichtlinie (BIR) vom Sept. 2017

Für einen offenen Diskurs über den Entwurf einer neuen Asylberatungsrichtlinie!

Aktuell wird im Sozialministerium an einer neuen Asylsozialberatungsrichtlinie gearbeitet die ab dem 01.01.2018 gelten soll.  Um den Diskurs u.a. auch für die Basis zu öffnen findet Ihr den Entwurf mit der neuen Bezeichnung „Beratungs- und Integrationsrichtlinie“ hier:

Entwurf Beratungs und Integrationsrichtlinie (ehemals Asylsozialberatungrichtlinie) 01.01.2018

Der Entwurf beinhaltet u.a. die Aussage: „Insbesondere soll die Beratung keine Tätigkeit umfassen, die eine rechtliche Prüfung des Einzelfalls erfordern“ (Punkt 2.1.4) und“ Beratungsleistungen, die nicht dem Zweck der Richtlinie entsprechen, sind förderschädlich und führen zur Kürzung der Zuwendung (Punkt 6.2). Auch ansonsten sind viele Änderungen enthalten die einer Kommentierung bedürfen. Der AKS arbeitet an einer Stellungnahme.

Antwort des Bay. Sozialministeriums an den AKS – AKS Veranstaltung zum Thema

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir wollen Euch das Anwortschreiben des Sozialministeriums auf eine Anfrage von uns nicht vorenthalten:
Antwortschreiben Sozialministerium vom 31.07.2017

An dieser Stelle auch schon der Hinweis:
Am 05.10. organisieren wir in München eine Abendveranstaltung zum Thema Rechtsdienstleistungsgesetz und Soziale Arbeit am Beispiel der Asylsozialberatung. Weitere Infos folgen in Kürze.