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182 Todesopfer rechtsextremer und rassistischer Gewalt seit 1990

vgl. http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/news/chronik-der-gewalt/todesopfer-rechtsextremer-und-rassistischer-gewalt-seit-1990

Informationen zum Thema Rechtsextremismus in Bayern/München sowie eine Chronologie rechter Aktivitäten in der Region bietet das Antifaschistische Informations-, Dokumentations- und Archivzentrum München (a.i.d.a.) vgl. http://www.aida-archiv.de/

Zum Thema Soziale Arbeit & Rechtsextremismus ist die Broschüre „Rosen auf den Weg gestreut…, Kritik an der akzeptierenden Jugendarbeit mit rechten Jugendcliquen“ auch heute noch aktuell und lesenswert, aber wohl (nach kurzer Internetrecherche) nicht mehr bestellbar.

Die Unruhen in den britischen Städten gingen von „antisozialen“ Menschen aus?

Ein typisches Beispiel von der Individualisierung/Psychologisierung Sozialer Probleme… das neoliberale Weltbild läßt grüßen:
Vgl. Telepolis: http://www.heise.de/tp/artikel/35/35881/1.html

vgl. zu den Unruhen auch einen Blog-Beitrag von Prof Mechthild Seithe: http://zukunftswerkstatt-soziale-arbeit.de/2011/08/10/krawalle-der-ausgegrenzten/

Das Individuum im neoliberalen Weltbild

Es sei betont, dass es nicht den einen
„Neoliberalismus“ gibt. Insofern ist auch folgende Skizzierung der „typischen“
Rolle des Individuums im neoliberalen Weltbild schematisierend.
Das neoliberale Menschenbild ist dem Individualismus verpflichtet, bei dem „weder
der Staat noch die Gesellschaft eine höhere eigenständige Funktion hat“ (vgl.
Willke, 2003, S.91). Der einzelne Mensch wird als für sich und seine Situation als
voll verantwortlich – als Leistungsträger – gesehen, ganz nach dem Motto: „Jeder
ist seines Glückes Schmied“. Eine besondere Gewichtung liegt auf den Eigentums-
und Freiheitsrechten (Staub-Bernasconi 2007, S.30). Menschen werden
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vorrangig am „Tauschwert“ auf dem Arbeitsmarkt beurteilt (Butterwegge 2008,
S.167), als „Sozialkapital“ gesehen (Staub-Bernasconi 2007, S.28) und letztlich
werden alle privaten zwischenmenschlichen Beziehungen als Tauschverhältnisse
gesehen (vgl. z.B. Ptak 2008, S.30).
Nach dem neoliberalen Bild wird dem Individuum zugestanden, nicht ohne
Gesellschaft lebensfähig zu sein, dennoch hat die Gesellschaft keinen Eigenwert
(Willke 2003, S.94). Darum kann das „neoliberale Paradigma“ als ein
atomistisches Paradigma (nach Staub-Bernasconi 2002, S.246ff) gesehen
werden. Soziale Probleme sind hier überwiegend als Selbstverwirklichungs-,
Selbstvermarktungs- oder Motivationsprobleme zu sehen (vgl. Staub-Bernasconi
2007, S.182). Entsprechend sind zum Abbau bzw. zur Verhinderung sozialer
Probleme nicht strukturbezogene Interventionen eine Lösung oder ein Teil der
Lösung, sondern auf das Individuum fokussierte Methoden (vgl. Staub-Bernasconi
2007, S.34). (Auszug: Der disziplinierende Staat.
Eine kritische Auseinandersetzung mit 100%-Sanktionen bei
Arbeitslosengeld II-Empfängern aus der Sicht der Sozialen Arbeit
und der Menschenrechte).

N.G.

Leseempfehlungen: „Another Social Work is Possible!’ Reclaiming the Radical Tradition“ und „Schwarzbuch Soziale Arbeit“

1.
Zum freien Downlaod (über den Indosow -Promotionsstudiengang Social Work) gibt es eine Publikation: „Theories and methods of Social Work“.
Diese beinhaltet einen sehr interessanten Text zu „radical social work“ (im Deutschen mit „kritische Soziale Arbeit“ zu übersetzen) von Iain Ferguson, der auch zwei Bücher zum Thema publiziert hat. Der Titel seines Artikels lautet „Another Social Work is Possible!’ Reclaiming the Radical Tradition“ (pdf S.81-99)
http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=radical%20social%20work&source=web&cd=31&ved=0CCMQFjAAOB4&url=http%3A%2F%2Fwww.indosow.net%2Findex.php%3Foption%3Dcom_rokdownloads%26view%3Dfile%26task%3Ddownload%26id%3D13%253Atheories-and-methods-of-sw%26Itemid%3D114&ei=K6PgTvSyEcaq-gaz1N3fBQ&usg=AFQjCNEy4KzL6t2Qlbu6SdzIv043xBzEKg&cad=rja

2.
Das „Schwarzbuch Soziale Arbeit“ erscheint dieser Tage in einer 2. und überarbeiteten Auflage. Die Autorin Prof. Mechthild Seithe ist eine der Hauptorganisatorinnen der Tagung kritischer Sozialer Arbeit „Aufstehen. Widersprechen. Einmischen.“ im Juli 2011 in Berlin gewesen. Bereits die erste Auflage kann als ein Standartwerk zur aktuellen Lage der Sozialen Arbeit gesehen werden (inkl. Arbeitsbedingungen Sozialer Arbeit). Eine Rezension der ersten Ausgabe findet sich z.B. hier http://www.socialnet.de/rezensionen/9482.php

Nächste Termine + Kurzbericht vom letzten Treffen

Die nächsten offenen Treffen des AKS finden im Eine Welt Haus statt (Schwanthaler 80, Restaurant/Cafe).
Jeweils donnerstags ab 19 Uhr am:

15.12.2011
19.01.2012
23.02.2012

Kurzbericht:
Hauptthema ist am 10.11. u.a. das Thema Wohnungslosigkeit (Unterkunftsanlagen, Pensionen, bürokratische Verfahrenswege, Umstrukturierungsplanungen der Stadt München) gewesen. Es wurden intensiv Fragen diskutiert und formuliert, die mit Kooperationspartnern zeitnah an das Wohnungsamt geschickt werden.
Besonders gefreut haben wir und über den regen Zulauf interessierter Personen.
Für das nächste Thema wurde das – bereits mehrfach verschobene Thema – Recht auf Hilfe festgelegt. Es sei darauf hingewiesen, dass es aktuell eine Initiative gibt die versucht den Rechtsanspruch auf Jugendhilfe abzuschaffen! vgl. z.B. http://sozialearbeit.einmischen.info/__oneclick_uploads/2011/10/munder-bessere_kinder-und_jugendhilfe-14-09-111-1.pdf Sollten sich die Planungen präzisieren ist Widerstand gefragt – möglicherweise würden wir uns im Rahmen vom AKS mit dem Thema intensiver beschäftigen.

Bremen in Bewegung

Bremer Bündnis Soziale Arbeit
Das Bremer Bündnis Soziale Arbeit veranstaltet am 03.11. einen Fachtag zum Thema „Bewegen – Vernetzen – Aufmischen: Zu den (Arbeits-)Bedingungen der Sozialen Arbeit“. U.a. sind Mechthild Seithe (Autorin des „Schwarzbuch Soziale Arbeit“), Wilfried Nodes (DBSH, Forum Sozial) und Frank Bettinger (Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit) dabei. Nähere Informationen gibt es unter
http://www.bremerbuendnissozialearbeit.jimdo.com/