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Leserbrief an den AKS München

Caritas und Diakonie beschränken Berufsausübung für Suchttherapeuten

Die kirchlichen Träger betreiben im Suchtbereich 70-80% aller Beratungsstellen,Kliniken, Nachsorgeeinrichtungen u.s.w. Sie stellen Fachkräfte, wie Sozialarbeiter, Ärzte, Psychologen nur ein, wenn diese Kirchenmitglieder sind und eine religiöse Form der Lebenspartnerschaft nachweisen. Die religionsfreien Träger wie AWO, Rotes Kreuz, DPWV und öffentliche Hand besetzen in ihren Einrichtungen die Arbeitsplätze ausschließlich nach Qualifikation. Über die Hälfte der dort arbeitenden Fachkräfte könnte auch in einer kirchlichen Einrichtung angestellt werden. Mit denjenigen Fachkräften jedoch, die zwar Qualifikation, aber keine kirchliche Zugehörigkeit oder Lebenspartnerschaft vorweisen, können daher in Deutschland nur 10 – 15% der Stellen in Suchteinrichtungen besetzt werden. Gleichwohl werden diese Arbeitsplätze zu 100% von den Krankenkassen, Rentenversicherungen oder mit Steuergeld bezahlt. Ich habe als Leiter einer Suchtklinik oft erlebt, dass Suchttherapeuten auf Stellensuche in eine Kirche eintraten oder wiedereintraten oder ihren Kirchenaustritt dem Finanzamt gegenüber nicht geltend machten, damit er dem Arbeitgeber verborgen blieb. Manchmal haben Mitarbeiter kirchlicher Einrichtungen für qualifizierte Stellenbewerber einen schnellen Alibi-Kircheneintritt organisiert. Nicht alle Suchttherapeuten haben diese Heuchelei über sich gebracht, was für ihre Qualifikation spricht, weil Suchtarbeit der Glaubwürdigkeit bedarf, um wirksam zu sein.
(Autor ist bekannt)

Nächstes AKS-Treffen


Das nächste offene Treffen vom AKS findet statt am: Do 18.04.2013 ab 19 Uhr, Ort: „bei Taki“ Sankt Paulstr. 3, Nähe HBF/DGB Haus
1. Rückblick AKS/GEW-Veranstaltung: „Politik, Politisierung und Soziale Arbeit“ mit Frank Bettinger am 3.4. mit knapp 50 Teilnehmer_innen: Was war gut? Was können wir das nächste Mal besser machen?
2. Wirkungsorientierte Steuerung: Wie geht es weiter, was gibt es für Neuigkeiten, Stand der Dinge Fragenkatalog, DGSA
3. Vorbereitung der Veranstaltung: „Loyal dienen. Diskriminierung im kirchlichen Arbeitsrecht“ am 10.06.:
Neue Fachartikel zum Thema kirchl. Arbeitgeber finden sich nun auch hier http://www.aks-muenchen.de/wp-content/uploads/DDS_04-2013.pdf
4. Sonstige Themen

Vorankündigung: „Politik, Politisierung und Soziale Arbeit“ Vortrag und Diskussion mit Prof. Frank Bettinger

„Politik, Politisierung und Soziale Arbeit“
Vortrag und Diskussion mit Prof. Frank Bettinger

Mittwoch 3. April 2013, 19 Uhr
Ort: DGB Haus, Schwanthalerstraße 64
Veranstalter: AKS – Arbeitskreis kritische Soziale Arbeit München, GEW Stadtverband München, DGB Bildungswerk Bayern Region München

http://www.facebook.com/events/574036922625191/?fref=ts

Aus dem Ankündigungstext:
Die aktuellen gesellschaftlichen und sozialstaatlichen Transformationsprozesse stellen die Soziale Arbeit vor neue Herausforderungen. Die wachsenden sozialen Ungleichheiten, die sich in Arbeitslosigkeit und Armut manifestieren, sowie eine Prekarisierung der Beschäftigungsverhältnisse in der Sozialen Arbeit selbst, werden in Praxis und Wissenschaft mit Sorge beobachtet.
In den letzten Jahren sind bundesweit Arbeitskreise kritischer Sozialer Arbeit entstanden. Diese haben als gemeinsames Ziel die Weiterentwicklung einer kritischen Theorie und Praxis, die sich vom „Mainstream“ der aktuellen Sozialen Arbeit distanziert. Die Mitglieder des AKS eint weder „die eine Weltanschauung“ noch ein einheitliches Theorieverständnis. Es geht vielmehr um die Formulierung und Realisierung von neuen Perspektiven einer kritischen Sozialen Arbeit in der auch die gewerkschaftliche Einbindung eine Rolle spielen.
Frank Bettinger wird von sozialarbeitstheoretischen Überlegungen ausgehend Anregungen für eine kritische Praxis geben.
Gemeinsam wollen wir seine Thesen debattieren.

Kontakt: kritischesozialearbeit@gmx.de

Zwischenstandsbericht

Weiterhin arbeiten wir am Thema „wirkungsorientierte Steuerung“. Wer sich beteiligen möchte ist willkommen. Parallel beschäftigen wir uns noch mit dem Thema „kirchliche Arbeitgeber“. Wir planen eine Veranstaltung hierzu in Kooperation mit DBSH und GEW im Frühsommer. Darüber hinaus ist das in Auftrag gegebene Rechtsgutachten zu Antidiskriminierungsrichtlinien im Vergaberecht bald fertig. Wir gehen damit in eine zweite „Lobbying“-Runde auf kommunaler und Landesebene. Weiterhin sind wir bezüglich kirchlicher Arbeitgeber mit mehreren Parteien im Kontakt.