Archiv der Kategorie: Lokale sozialpolitische Entwicklungen und Ereignisse (München)

Film zu bulgarischen Arbeiter_innen in München


Auszug: „Ein halbes Jahr lang haben vier EthnolgiestudentInnen der LMU München ausgehend von ihrem Engagement in der Initiative für Zivilcourage versucht dem Alltag der bulgarischen ArbeiterInnen näher zu kommen. Sie haben Nächte an der Hackerbrücke verbracht, sind mit BulgarInnen durch die Stadt gezogen; haben sie auf Ämter und zu Bewerbungsgesprächen begleitet; haben Picknicks veranstaltet, bei denen ein Wörterbuch die einzige Kommunikationsgrundlage darstellte; und sie haben BulgarInnen in ihrer Heimat besucht. Viele dieser Stunden haben sie mit zwei Kameras begleitet. Herausgekommen ist ein Film über alltägliche Situtationen in der Abwesenheit von Arbeit, über Wut und Frust, über reale Auswirkung der EU-Poltik auf Bürgerebene, über die Gründe der Migration und über Kommunikation, auch jenseits von Worten.Angheörige sozial benachteiligter Gruppen, insbesondere der türkischen und der Roma-Minderheit in Bulgarien, verdingen sich aus Perspektivlosigkeit in der Heimat in ganz Europa als Arbeiter. Aals halbwertig behandelte EU-Bürger dürfen sie überall hin reisen, erhalten aber nur unter schwierigen Bedingungen eine Arbeitserlaubnis. Auch nach München kommen viele dieser ArbeiterInnen, um Geld zu verdienen oder um sich hier ein besseres Leben aufzubauen, um ihren Kindern eine andere Zukunft zu ermöglichen. Die BulgarInnen arbeiten häufig als Tagelöhner, für teilweise unmenschliche Gehälter und werden zudem regelmäßig um ihr Geld betrogen.

Deswegen schlafen viele der ArbeiterInnen auf Parkbänken, in Aufenthaltsräumen der deutschen Bahn oder pendeln durch Zimmer ihrer Bekannten. Einige bekommen auch Zimmer in den völlig überfüllten Arbeiterwohnheimen, die in miserablen Zuständen sind. Verschimmelte Decken, Küchen in denen offene Leitungen aus den Wänden hängen. 250 Euro oder mehr zahlt man pro Person für ein Bett, zwischen vier und acht Leuten schlafen in einem Zimmer.“

Weitere Informationen hier:
http://inizivi.antira.info/2011/09/08/film-mit-und-uber-bulgarische-arbeiterinnen/

Der Film ist hier ansehbar: http://vimeo.com/33597564

Offener Brief zur Wirkungsorientierten Steuerung der Hilfen zur Erziehung


Der AKS hat im April gemeinsam mit GEW und ver.di einen offenen Brief zur wirkungsorientierten Steuerung an die Stadt München verschickt:
Offener_Brief_WSE

Update 13.05.2013: ver.di FB 3 unterstützt nun auch den offenen Brief.

„Sehr geehrte Stadtratsfraktionen,
Sehr geehrte Frau Meier,
sehr geehrte Frau Dr. Kurz-Adam,
sehr geehrte Frau Hügenell,
sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter der freien Wohlfahrtspflege und Verbände,
liebe Kolleginnen und Kollegen der Sozialen Arbeit und des Erziehungsdienstes,
die Stadt München plant die Einführung einer wirkungsorientierten Steuerung der Hilfen zur
Erziehung (WSE).
Dem Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit (AKS) München, der Gewerkschaft Erziehung und
Wissenschaft (GEW) Stadtverband München sowie den ver.di Vertrauensleuten des
Sozialreferates der Landeshauptstadt München liegt daran, dass sich die Situation der
Klientinnen und Klienten nicht verschlechtert.“ (…)

Veranstaltungshinweise:

“Alltäglicher RASSISMUS und SOZIALE ARBEIT –
Rechtsextremismus professionell begegnen”
Freitag, 21. Juni 2013, Rückersdorf

09.30 – 10.00
Stehkaffee und Begrüßung
10.00 – 12.30
Die rechte Szene in Franken
Rechtes Gedankengut in der Sozialen Arbeit
Der Extremismus der Mitte
Die ethische Position der Sozialen Arbeit
12.30 – 13.30
Aktive Mittagspause (für Verpflegung ist gesorgt)
13.30 – 16.30
Fallbeispiele und Handlungsmöglichkeiten
Weitere Infos hier: http://www.dbsh-bayern.de/wordpress/?p=794

_________________________________________________

Produktiv, prekär, marginal, mittendrin?! (Veranstaltungshinweis)
Polycity: Kritische Lagebesprechung zu Bildern und Debatten der Migration aus den Positionen Kunst, Aktivismus und Wissenschaft (von Natalie Bayer)

Produktiv, prekär, marginal, mittendrin?!
Migration im zeitgenössischen Arbeitsdiskurs
In Kooperation mit der Initiative für Zivilcourage

Termin: Dienstag, 19.02.13, 19.00 Uhr
Ort: Galerie Kullukcu, Schillerstr. 23/3. Stock, München

„Sozialschmarotzer“ und „Hochqualifizierte“, „ausgebeutete Arbeitssklavinnen“ und „betrügerische „Kleinunternehmer“ – in den medialen und politischen Debatten werden Migrantinnen und Migranten in erster Linie als Arbeitskraft und somit aufgrund ihrer Produktivität und Ökonomisierbarkeit bewertet. Dennoch ist Arbeit nicht gleich Arbeit: Es sind die „Normalarbeitsverhältnisse“ – from 9 to 5, mit 40 Wochenstunden, ein Leben lang – und verstärkt neoliberale Arbeitsideale – entgrenzt und selbstorganisiert –, die als Standards gelten. Viele andere Formen von Arbeit werden dagegen gesellschaftlich nicht anerkannt: Gerade in Zusammenhang mit der Migration sprechen die Medien gar vom „Arbeitsstrich“ (SZ, 07.1.2012), „Bettel-Mafia“ (TZ, 11.10.2012) und betonen Themen wie Prostitution, Kriminalität und Schwarzarbeit (SZ, 10.02.2013). Mittels solcher populistischen Debatten und aufhetzenden Rhetoriken verfestigt sich das Bild des „unproduktiven Migranten“, der passives Opfer krimineller Bandenstrukturen sei, sich staatliche Sozialleistungen erschleiche und die Mobilitätsmöglichkeiten durch EU-Zugehörigkeit ausnutze; Innenminister Friedrich will daher eine Riege an politischen Maßnahmen forcieren, um Deutschland vor ungewünschten MigrantInnen abzuschotten.
Die migrantische Arbeitskraft wird jedoch gerade dort gebraucht, wo sich der wirtschaftliche Aufschwung nicht in Löhne übersetzt – also in erster Linie im Niedriglohnbereich – und auch dort, wo sich durch gesellschaftlichen Wandel Lücken auftun: Mit der zunehmenden Erwerbstätigkeit von Frauen wird die Haushalts- und Pflegearbeit immer mehr von nicht-deutschen Arbeiterinnen übernommen: Migrantinnen bügeln, putzen und pflegen in deutschen Haushalten – meist männliche Migranten bauen die Bürotürme und Luxusapartments der Global Cities. Die „migrantischen Anderen“ werden dabei nicht dem neoliberalen Ideal der grenzenlosen Kreativität, Produktivität und Hyper-Effektivität zugerechnet, sondern dem vermeintlich nationalen „Wir“ gegenüber gestellt. Die Realität der MigrantInnen, die höchst kreativ, flexibilisiert und aktiv mit prekären und rassistischen Lebensbedingungen umgehen, wird dabei ausgeblendet.

In einer gemeinsamen Diskussion möchten wir den Fragen nachgehen: In welchem Zusammenhang stehen Migration, Arbeit und bürgerschaftliche Rechte? Wie werden diese Themen in Medien, Politik und Gesellschaft verhandelt? Welche Bilder entstehen dabei, und wie wirken sie auf die sozialen Realitäten der Menschen? Welche politischen Konsequenzen ergeben sich? In welcher POLYCITY arbeiten wir eigentlich?

Diskutierende:
• Moderation: Julia Serdarov (Initiative für Zivilcourage)
• Savas Tetik (AWO Infozentrum Migration und Arbeit, ver.di Migrationsausschuss)
• Elif Yankova (Initiative für Zivilcourage)
• Luzenir Caixeta (MAIZ – Autonomes Zentrum von & für Migrantinnen, Linz)
• N.N.

Gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München

Zur geschlossenen Unterbringung im Rahmen der Jugendhilfe in München

Zur 2012 neu eröffneten geschlossenen Jugendhilfeeinrichtung von Just-M – die zwischenzeitlich ihre Arbeit eingestellt hat – zitiert die tz das Sozialreferat:„Das pädagogische Konzept muss reflektiert und überarbeitet werden.“
vgl. http://www.tz-online.de/aktuelles/muenchen/pasing-jugendheim-ausser-kontrolle-2724515.html
auch in der SZ ist hierzu ein Artikel erschienen:
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/skandal-um-pasinger-jugendheim-ich-fuehle-mich-verarscht-1.1569374

Nachtrag 05.2013:
Informationen zu geschlossener Unterbringung im Allgemeinen:
http://www.geschlossene-unterbringung.de/
http://www.uni-vechta.de/fileadmin/user_upload/documents/ISBS/Soziale_Arbeit/Dokumente/Fachvortrag_Permien_23.03.2012.pdf

Offene Frage: Wieso soll die Einrichtung an freie Träger übergeben werden?

Diverses

1. Immer mehr Münchner sind arm vgl. SZ-Artikel http://www.sueddeutsche.de/muenchen/armutsbericht-immer-mehr-muenchner-sind-arm-1.1501067

2. Jährliche unreflektierte Hetze, die Falschinformationen beinhaltet, wie immer mit dem Phantom des organisierten Verbrechens (soll man auf so etwas überhaupt verlinken?): http://www.tz-online.de/aktuelles/muenchen/banden-immer-dreister-jetzt-betteln-schon-lokal-2541782.html