Rassismuskritische Bildungs- und Soziale Arbeit – Fachtag München 23.03.2012

Rassismuskritische
Bildungs- und
Soziale Arbeit
Fachtag am
23. März 2012

Rassismuskritische Bildungs- und Soziale Arbeit
Auf dieser Fachtagung wollen wir Rassismus nicht vorrangig als individuelles Phänomen untersuchen, sondern als Strukturprinzip gesellschaftlicher Wirklichkeit. Es soll thematisiert werden, wie rassistische Strukturen und Prozesse auf generelle Muster der Unterscheidung von Menschen verweisen, die in verschiedenen Ebenen gesellschaftlicher Wirklichkeit – etwa Gesetzen, Institutionen, alltagsweltlichen Vorstellungen und Interaktionen – angelegt sind und alle Beteiligten in unterschiedlicher Weise beeinflussen. Dabei werden Sozial- und erziehungswissenschaftliche Debatten zum Thema Ungleichheit und migrationsgesellschaftliche Differenz durch eine rassismuskritische Perspektive ergänzt und zum Teil kritisch hinterfragt.
Die Vorträge von Prof. Dr. Maisha Eggers und Prof. Dr. Claus Melter widmen sich dabei vor allem der Frage, welchen Beitrag eine diskriminierungs- und rassismuskritische Sozial- und Bildungsarbeit zu mehr sozialer Gerechtigkeit im Sinne von Chancengerechtigkeit, Partizipation, gerechterem Zugang zu Ressourcen und sozialer Anerkennung leisten kann. Farah Melter ergänzt das Programm mit Lesungen von Episoden aus dem Alltag.
Programm
9.00 – 9.30 Uhr Begrüßung und Moderation
Sarah Bergh
9.30 – 10.40 Uhr
Prof. Dr. Maureen Maisha Eggers,
„Diversität als neues Möglichkeitsfeld für die
Thematisierung von Gleichheit und Differenz in der
pädagogischen Arbeit”
Diskussion
11.10 – 12.15 Uhr
Prof. Dr. Claus Melter
„Barriere- und Diskriminierungskritische Soziale Arbeit und Bildung.
Handlungsansätze im nationalisierenden, ethnisierenden und rassialisierenden Kapitalismus”
Diskussion
12.30 – 13.30 Uhr Mittagspause

In den beiden Workshops am Nachmittag besteht die Möglichkeit, sich an Hand von Beispielen aus Schulbüchern und Fallbeispielen aus dem Alltag mit den Auswirkungen rassistischer Diskriminierung näher zu beschäftigen

13.30 – 15.30 Uhr Workshop I:
„Rassistische Diskriminierung: Auswirkungen dieser Erfahrungen und Implikationen für die Pädagogische Praxis”
Dipl. Psychologin Astride Velho
Rassistische Diskriminierung tritt in der Bundesrepublik in seiner Alltäglichkeit in vielfältigen, nicht immer leicht zu erkennenden, Formen auf. Anhand von filmischen Beispielen und einer Fallarbeit aus der beruflichen Praxis werden wir uns in diesem Workshop mit den sozialen Verwundbarkeiten (Vulnerabilitäten) von Kindern und Eltern im Kontext von Rassismuserfahrungen beschäftigen, wie auch mit Schutzfaktoren, Widerstandspotentialen und Bewältigungsmöglichkeiten. Ein besonderes Augenmerk richten wir dabei auf Ressourcen, die von den Sozialberufen gefördert und zugänglich gemacht bzw. verweigert werden können.
13.30 – 15.30 Uhr Workshop II:
„Afrika ist kein Dorf: Kolonialrevisionistische Perspektiven in der Darstellung von Afrika und Schwarzen Menschen in bayerischen Schulbüchern“
Dipl. Angl. Modupe Laja und Jamie Schearer, M.A.
Welches Afrikabild lehrt die Schule? Unsere Wahrnehmung und unsere Bilder über Afrika sind weitgehend medial geprägt. Das Wissen über Afrika wird oft sehr einseitig bzw. unreflektiert vermittelt, Kategorisierungen als „normal“ und „konventionell“ dargestellt. Im Workshop werden wir anhand von Beispielen prüfen, welche Kontinuitäten kolonialrassistischer Sichtweisen in bayrischen Schulbüchern vorzufinden sind. Dabei werden wir der Frage nachgehen, inwieweit Vorurteile und ein negativ geprägtes Menschenbild in der Ordnung zwischenmenschlicher Beziehungen eine relevante Rolle spielen, und welche Auswirkungen dies im schulischen Kontext speziell für Schülerinnen und Schüler aus der Schwarzen Diaspora hat.

Antwort auf die Anfrage des AKS – Recht auf Guthabenkonten – Stadtsparkasse München

Hintergrund der Anfrage war die Feststellung, dass Flüchtlingen und auch anderen Personen in München immer wieder die Einrichtung eines Guthabenkontos bei Banken verwehrt wird. Dies betrifft auch die Stadtsparkasse München. Selbst bei der zeitaufwändigen Begleitung der KlientInnen sind nicht selten Diskussionen zu führen, die je nach Beharrlichkeit zu Erfolg führten oder eben nicht. Dies, obwohl Konten offensichtlich eingerichtet werden müssten (vgl. Anfrage).

Link zur Anfrage (pdf): AKS Sparkasse An frage
Link zur Antwort (pdf): AKS Sparkasse Antwort-1

Die Antwort der Stadtsparkasse an den AK Kritische Soziale Arbeit ist eigentlich klar und deutlich:
„Eine Abgrenzung zwischen Gesellschaftsschichten erfolgt ausdrücklich nicht.“ „Die Stadtsparkasse München stellt jeder Bürgerin und jedem Bürger in ihrem Geschäftsgebiet auf Antrag einmal ein Girokonto für Jedermann auf Basis der freiwilligen Selbstverständniserklärung der im Zentralen Kreditausschuss organisierten Verbände zur Verfügung.“

Bei Beschwerden ist zuständig:

Deutscher Sparkassen- und Giroverband
Schlichtungsstelle
Charlottenstraße 47
10117 Berlin
Ausnahmen zum bestehenden Recht auf ein Guthabenkonto (vgl. Fußnoten in der Anfrage und Antwortschreiben): Flüchtlinge mit Fiktionsbescheinigung, Personen denen bereits einmal ein Konto bei der Stadtsparkasse gekündigt worden ist.

Eine an die Postbank gerichtete Anfrage ist noch in der Zentrale in Bonn in Bearbeitung.

Ortswechsel der AKS-Treffen

Mit wachsender TeilnehmerInnenzahl wird die Kommunikation aufgrund der Lautstärke im Eine Welt Haus schwierig. Darum haben wir beschlossen folgenden neuen Ort auszuprobieren:
Internationales Beratungszentrum, Goethestraße 53, 1. Stock, Küche. ca. 8 Gehminuten vom Hauptbahnhof. Nach Planung und Diskussion gehen wir zum gemütlichen Beisammensein ins „Mariandl“ nebenan.

Nächstes Treffen ist am Donnerstag den 23.02.2012 um 19 Uhr.

Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit – München